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        <article-title>Geschichte und Geschichten: On the Relationship Between Narrative(s) and History in Uwe Johnson’s Berliner Sachen</article-title>
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    <sec id="p-okni72usnypv" sec-type="free">
      <p id="c13f1ab8"><bold>Zusammenfassung.</bold> In diesem Text wird Johnsons <italic>Berliner Sachen</italic> als Paradebeispiel und Exemplum für das Verhältnis von Geschichte und Geschichten behandelt. Zur Sprache kommt auch das Verhältnis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit, Dialog und Dialektik, Erzählung und Beschreibung, Erfahrung und Verallgemeinerung, Allwissenheit und Perspektive, Ideologie und Wahrhaftigkeit, jeweils im Hinblick auf die Zeit zwischen 1961 und 1971, im geteilten Berlin des (ersten) Kalten Krieges.  Somit wird das Buch letzten Endes als unbeirrbare und konsequente Metonymie und Parabel für die Tätigkeit des historisch aufmerksamen Schriftstellers dargestellt.   </p>
      <p id="p-okn-c2b2a37c"><bold>Abstract.</bold> In this text, Johnson’s <italic>Berliner Sachen</italic> are treated as an object lesson for exploring the relationship between narrative(s) and history. Also implicated are the relationships between orality and literacy, dialogue and dialectic, narration and description, experience and generalization, omniscience and perspective, ideology and veracity – as played out in the period between 1961 and 1971, in the divided Berlin of the (first) Cold War. Ultimately the book is seen to serve as an uncompromisingly rigorous metonym and model for the practice of the historically attuned writer.</p>
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    <sec id="p-a7e8c9e7-9aa1-42f6-b8e7-566c9a7e627c" sec-type="free">
      <p id="d5c7b475-a322-4fc0-8d3d-2a79532e10b5">Manchmal, wenn man die 60 passiert hat, kommt man sich historisch vor. Während die jungen Menschen an meiner Universität keinen erheblichen Unterschied erkannten zwischen der Berliner Mauer und etwa der Chinesischen, kann ich mich an Zeiten erinnern, in denen man, wenn man in einer Gasmaskenfabrik an der Sonnenallee arbeitete, in der Mittagspause das Bauwerk besehen ging. Wer diese Erfahrung gemacht hat, und nebenbei auch noch dichtete, wird vermutlich anders angesprochen als andere von einem Text mit dem englischen Titel <italic>The Berlin Border of the Divided World as a Place for Writing</italic>. Der West-Berliner, der ich damals war, wohnte in Wilmersdorf, so dass der nächste Weg zur Arbeit die zerbrochene Ringbahn war. Also kaufte ich mir eine Monatskarte für die S-Bahn und war bass erstaunt, als ich erfuhr, dass andere, die eine ähnliche Strecke zurückzulegen hatten, dafür zwei bis drei Umstiege in Kauf nahmen. Erst als ich einen Text las mit dem Titel <italic>Boykott der Berliner Stadtbahn</italic>, sind mir die Hintergründe für ein solches Benehmen aufgegangen. Als ein Teil meiner Familie mich besuchen kam, hatten wir selbstverständlich einen Ausflug nach Ost-Berlin geplant. Meiner Mutter aber, die in China gewesen war, als die Kommunisten dort an die Macht gelangten, kamen solche traumatischen Erinnerungen hoch beim Anblick der Grenzwächter, dass wir sofort kehrtmachen mussten, und das zwangsumgetauschte Geld illegalerweise wieder über die Grenze brachten. Daran musste ich denken bei der Lektüre eines Textes mit dem Titel <italic>Eine Kneipe geht verloren</italic>, in dem beschrieben wird, wie Studenten ein Schmuggelgeschäft mit Pässen und Personen aufbauten, um Menschen aus dem Osten die Flucht in den Westen zu ermöglichen. Auch die Gefühle von den so geschmuggelten Personen konnte ich anhand der Reaktionen meiner Mutter bestens nachvollziehen. Wie es den Reisenden aber nach der gelungenen Flucht ergangen ist, habe ich erst aus einem Buch gelernt mit dem Titel <italic>Ich bin Bürger der DDR und lebe in der Bundesrepublik</italic>.<xref ref-type="fn" rid="af2493cd-b849-4533-ac03-02513d32ebdf">2</xref> Das vielleicht wichtigste an diesem Buch ist sein Nachwort, das sich als <italic>Versuch, eine Mentalität zu erklären</italic> ausgibt. Dass unsere Erfahrungen in West-Berlin überhaupt erklärungsbedürftig seien, wurde uns erst klar, als einer aus unserer Gruppe, der die Zeit nicht in Berlin verbracht hatte, sondern in Hannover, am Ende des Aufenthalts wieder zu uns stieß. Da er unsere Berlin-Erfahrung nicht teilte, fiel ihm in unserer Unterredung die Rolle des »zuziehenden Kindes« zu, das für <italic>How to Explain Berlin to a Newcoming Child</italic> titelgebend ist. Und wo fand unser ›Gespräch mit einem Hannoveraner‹ statt? In einer Kneipe natürlich, wie diejenige, die im Text über die Fluchthelfer verloren geht oder diejenige, die überaus detailliert geschildert wird in dem Text mit dem Titel <italic>Vergebliche Verabredung mit V. K.</italic> Tja, und danach bleibt nur noch die <italic>Rede zum Bußtag</italic>.</p>
      <p id="ac48acff-ed92-4517-9fb3-d666ebf2ad98">Und warum erzähle ich diese Geschichten? Um zu zeigen, wie die historischen Erfahrungen, die ich bei meinem ersten Aufenthalt in West-Berlin gemacht habe, sich in einem Buch wiederfinden, das Uwe Johnson 1975, vier Jahre davor, unter dem Titel <italic>Berliner Sachen</italic> veröffentlicht hatte<italic>.</italic><xref ref-type="fn" rid="a34f91d8-6096-4acc-b534-2dcc388d1207">3</xref> Im Inhaltsverzeichnis zu diesem Buch wird jeder Text mit einem Datum versehen. Anhand von diesen Datierungen wird klar, dass das Buch eine Zeitspanne von genau zehn Jahren abdeckt, zwischen 1961, dem Jahr, in dem die beiden Hälften der Stadt Berlin getrennt wurden, und 1971, dem Jahr, in dem es wieder möglich wurde, von der einen Hälfte in die andere zu telefonieren. Die Texte sind jedoch nicht chronologisch angeordnet: Stattdessen werden die einschlägigen zehn Jahre zweimal durchlaufen. Denn <italic>Eine Kneipe geht verloren</italic>, das Kernstück des Bandes, das auch im Inhaltsverzeichnis in der Mitte steht als siebter von dreizehn Texten, spielt in den Jahren 1961 bis 1963. Beim ersten Durchlauf wird die Chronologie eingehalten: <italic>Rede zum Bußtag</italic> kommt vor dem <italic>Versuch, eine Mentalität zu erklären</italic>.<xref ref-type="fn" rid="e22aa5e1-5a57-4960-a924-f820d7b300fe">4</xref> Am Ende jedoch widersetzt sich Johnson definitiv der geschichtlichen Zeitfolge, indem er die letzten beiden Texte quasi vertauscht. So wird nicht <italic>Vergebliche Verabredung</italic> ans Ende gesetzt, sondern <italic>Im Gespräch mit einem Hamburger</italic>.</p>
      <p id="a00ba19d-4007-4302-996b-4b92837fd757">Infolgedessen endet das Buch auf programmatische Art und Weise mit einem Gespräch. Die letzten Worte lauten »Danke für das Gespräch.«<xref ref-type="fn" rid="af913f99-9e5f-4562-93e3-adea7f87b751">5</xref> Und eine ausgestellte Mündlichkeit durchläuft das ganze Buch. Es fängt mit einem Vortrag an. Die nächsten beiden Texte bilden ein Streitgespräch ab. Beim vierten handelt es sich um eine Fernsehsendung mit Johnson selbst als »talking head«. Der fünfte ist eine Rede, der sechste beginnt mit den Worten »So reden Kinder von ihren Eltern.«<xref ref-type="fn" rid="effaedde-845e-46e4-881b-b83e176533ae">6</xref> Der siebte schließt mit der direkten Anrede »Sie wissen schon.«<xref ref-type="fn" rid="fefee695-9fb3-4760-a188-29ea1bde0caa">7</xref> In den nächsten beiden geht es um Leute, die »öffentlich […] erklären« bzw. »people […] declaring in public«.<xref ref-type="fn" rid="a47d1d7b-6449-41d3-bb75-bc2973a78e57">8</xref> Es folgen zwei Erklärungsversuche, die einem unermüdlich quasselnden Kind gelten. Und der vorletzte endet mit einer mündlichen Bemerkung der Kneipenbedienung.</p>
      <p id="dcce52f5-6b83-4961-99eb-7d5ca1b29548">Somit werden wir auf zwei Tatbestände aufmerksam gemacht, die für unser Thema grundlegend sind: zum einen, dass das Erzählen von Geschichten ursprünglich und im Kern immer noch eine mündliche Angelegenheit ist, so wie das Geschehene der Geschichte ursprünglich und immer noch durch die Aussagen von Zeugen beglaubigt werden muss. Und zum anderen, dass die Auffassung der Geschichte, wie sie Hegel und Marx propagierten, im Grunde von den Regeln der formalisierten Rede übernommen wurde, und dass die Worte ›Dialektik‹ und ›Dialog‹ viel näher verwandt sind, als man in kalten Kriegszeiten eigentlich meinen möchte.</p>
      <p id="a797f550-1a90-4b8c-9b2c-2ed5406fb472">Ein herausragendes Merkmal dieses Buches also besteht tatsächlich in der Art und Weise, wie Geschichte anhand von, und im Dialog mit, Geschichten verhandelt wird. <italic>Eine Kneipe geht verloren</italic> etwa ist eine Kurzgeschichte, nicht nur in dem Sinne, dass sie in knapp dreißig Seiten eine »sich ereignete unerhörte Begebenheit« behandelt,<xref ref-type="fn" rid="a5821f22-b792-470e-846e-369b2556a04e">9</xref> sondern auch, weil ihr Pathos daher rührt, dass die historisch verbürgte und bedingte Aktivität, die sie beschreibt, nicht lange gewährt hat und also eine kurze Geschichte hatte und war. Das Gefühl der Vergeblichkeit, das damit zusammenhängt, wird bei der eponymen »Verabredung« explizit gemacht und potenziert. Denn der Text schafft die Voraussetzungen (und die Kulisse) für eine oder mehrere Geschichten, die er uns dann doch vorenthält, so dass wir am Ende umsonst gelesen und gewartet haben. Ohne die dazugehörige Erzählung aber, hört der Rahmen eigentlich auf, Rahmen zu sein und wird zur Beschreibung. Und auf diese Art von Beschreibung wird jeder sich stützen müssen und können, der eine Geschichte der West-Berliner Kneipenkultur schreiben möchte.</p>
      <p id="a70626c3-9028-4294-82b7-909bc1b5f787">Bei <italic>Berliner Stadtbahn</italic> verhält es sich umgekehrt. Da wird uns das Nichtvorhandensein von Voraussetzungen für eine Erzählung ausführlich erläutert, und zwar anhand von historischen Tatsachen und den Tatsachen der Historie. Denn in der infolge des Zweiten Weltkriegs geteilten Stadt Berlin geraten Sprache und Perspektive und somit Wahrhaftigkeit und Wirklichkeitsnähe gleichermaßen zum Problem. Indem Johnson aber die verschiedenen Etappen der Stadtgeschichte Berlins ausbreitet und sich fragt, wie viel von dieser Geschichte sich an einer beliebigen Ruine ablesen lässt, indem er Stadtbahnhöfe beschreibt und diese Beschreibung politisch und literaturgeschichtlich einordnet, vermag er, auf möglichst facettenreiche Art und Weise eine Geschichte zu erzählen, die, wie er spät zugibt, auch die seine war: die Geschichte eines Menschen, der an einem Ost-Berliner Bahnhof die S-Bahn bestieg und an einem West-Berliner Bahnhof nicht nur den Zug verließ.</p>
      <p id="f74773dc-70cb-4aa5-aa7c-9efdd8d9e63a">In <italic>Boykott der Berliner Stadtbahn</italic> wiederum unternimmt Johnson buchstäblich den »Versuch, über unsere Stadtbahn eine Kurzgeschichte zu schreiben«.<xref ref-type="fn" rid="a5b3555d-f728-45ce-94bb-1374e2dc082c">10</xref> Da wird der Konflikt, der damals ganz Berlin entzweite, innerhalb einer Familie ausgetragen und mit den Schwierigkeiten in Verbindung gebracht, die eine Frau mit ihrer Schwiegertochter hat. Dabei werden insbesondere ökonomische Fakten in ihrer konkreten Auswirkung gezeigt, und zwar aus der Perspektive einer älteren Rentnerin mit kranken Beinen, für die der Preisunterschied zwischen S-Bahn und Bus unerschwinglich, die Umständlichkeit des Umsteigens beschwerlich, und die Schließung der Geschäfte an den S-Bahnhöfen unerklärlich und ärgerlich ist. So gewinnen die logischen Argumente, die Johnson bis dahin in diesem Zeitungsartikel gebracht hat, eine unverhoffte Plastizität, welche die Befürworter des Boykotts sofort dazu verleitet hat, auf die Fiktionalität der Anekdote zu pochen.<xref ref-type="fn" rid="f51fa102-db1d-433e-ab78-9f4fc263a227">11</xref></p>
      <p id="eda39656-33c9-4515-8773-6e45d708de41">An einer analogen Stelle unmittelbar vor dem Ende des Textes berichtet Johnson in der <italic>Rede zum Bußtag</italic> von einem »Vorfall«.<xref ref-type="fn" rid="c8c88153-ca80-4f90-947c-91f9f554df16">12</xref> Auch hier wird ein historisch verbürgter Streit – zwischen der christlichen Kirche und dem sozialistischen Staat über Konfirmation und Jugendweihe in der DDR – an einem konkreten Beispiel exemplifiziert, wobei die Tochter von Christen ohne die Hilfe der Kirche sterben muss und auch anfänglich damit rechnete, in ungeweihter Erde beigesetzt zu werden, weil sie es wegen der Jugendweihe versäumt hatte, sich konfirmieren zu lassen. In der Quelle erhält die sterbende Protagonistin gleich zwei verschiedene Namen, was die Fiktionalität von allen Erzählungen unterstreicht.<xref ref-type="fn" rid="a52cdab2-1f88-4f78-bd83-2bd70c3fc009">13</xref> Aber Johnson holt die Geschichte in die Realität zurück, nicht nur indem er beim <italic>Spiegel</italic> nachfragt, sondern auch indem er zu diesem jetzt unzweifelhaften Namen eine plausible Person erfindet. Somit wird genau der Unterschied angesprochen, den Johnson im <italic>Gespräch mit einem Hamburger</italic> mit der Formulierung umreißt: »die Moderne Grenze als Gegenstand statt in der Tagesschau«.<xref ref-type="fn" rid="e6452ae1-79bc-400d-89a3-c3244f5584b7">14</xref> Denn das Gegenteil von objektiver Berichterstattung ist eben erlebte Geschichte. Das zuziehende Kind stellt eine ähnlich plausible Person dar, die die gleiche Funktion erfüllt. In der deutschen Version des Textes heißt es: »Das Kind hat mit allen Passagieren Lebengeschichte getauscht«.<xref ref-type="fn" rid="a56d69b0-fb35-478a-ad6a-00afe18c18d9">15</xref> Gerade diese Lebensgeschichte bedingt dann die vergleichende Art zu erklären, die hier vorgenommen wird. Desgleichen bezieht das ganze Buch <italic>Ich bin Bürger der DDR und lebe in der Bundesrepublik</italic> seine Daseinsberechtigung aus der Tatsache, dass in den dort festgehaltenen Interviews Lebensgeschichte transportiert wird. In seinem Nachwort dann, dem <italic>Versuch, eine Mentalität zu erklären</italic>, führt Johnson diese mündlich dargebotenen Lebensläufe zusammen, kommentiert sie und versucht, wie ein Historiker, aus verschiedenen Zeugnissen tragfähige Gemeinsamkeiten herauszuschälen.</p>
      <p id="b55f7a5b-88d4-49c1-9e1f-d7b95ea05fe9">Auch hier geht Johnson dialogisch und dialektisch vor. Das Nachwort hat einen kursivierten Nachsatz, der mit den Worten beginnt: »Es geht auch anders.«<xref ref-type="fn" rid="a06ea1c3-f66a-4ace-bc7d-7ade644f7dae">16</xref> Dementsprechend stellt das Buch <italic>Berliner Sachen</italic> eine Art Gegenerzählung dar, welche die üblichen Geschichten, wodurch Geschichte erzählt wird, in Frage stellt. Im letzten Text des Bandes etwa heißt es: »bei Ihnen [gemeint ist: in Hamburg; RG] lügt Axel Springer die Betroffenen an/hier [gemeint ist: in West-Berlin; RG] auch«.<xref ref-type="fn" rid="b20713fc-d3c7-498c-83b3-295b6e3974d0">17</xref> (1970 durfte dieser Satz in einer westdeutschen Zeitung nicht stehen. Der zuständige Redakteur schrieb an Johnson, er habe sich »gezwungen gesehen, den Satz über Springer zu streichen. Eine Formalbeleidigung so globalen Ausmaßes erschien mir inhaltlich nicht verantwortbar und presserechtlich nicht vertretbar.«)<xref ref-type="fn" rid="cdd5b73d-2a5f-4fef-934c-4744c0cea8f3">18</xref> In der englischen Version des Erklärungsversuches wird dem zuziehenden Kinde weisgemacht: »You would not understand their way of speaking.«<xref ref-type="fn" rid="a7c182e9-41a3-4a1d-b887-ffe4e143cd95">19</xref> Was hier geografisch gemeint ist, kommt in <italic>Über eine Haltung des Protestierens</italic> lebensgeschichtlich-historisch daher: die dort apostrophierten »guten Leute« sollten unter anderem deswegen das Maul halten,<xref ref-type="fn" rid="a7158399-7ec7-46e0-9dda-be0e031b61c0">20</xref> weil sie sich so die Peinlichkeit ersparen würden, die Geschichte ihrer jugendlichen Proteste erzählen zu müssen. In der <italic>Rede zum Bußtag</italic> berichtet Johnson von der Solidaritätsbekundung des Kölner Kardinals Frings mit dem engstirnigen ostdeutschen Geistlichen und quittiert sie mit einer rhetorischen Frage, deren Ironie genau auf das Verhältnis zwischen Einzelgeschichte und deren einseitiger geschichtlicher Auslegung hinzielt: »Wieder ein Märtyrer der christlichen Kirche, nicht wahr?«<xref ref-type="fn" rid="a0cd2903-a184-43a8-92bc-14329940b55a">21</xref> Am Ende des zweiten <italic>Boykott</italic>-Textes, in dem Johnson sich mit den Reaktionen auf den ersten auseinandersetzt, wird ein Gegensatz aufgestellt zwischen journalistischen Meinungsmachern und dem gesunden Menschenverstand: »Es gibt Leitartikler, die solche emotionale Sturheit für Einsicht halten; es gibt aber auch eine andere Art berlinischen Verhaltens, die eher den Namen Vernunft verdient, nämlich ein unbefangenes, nüchternes Erkennen der vorhandenen Lage«.<xref ref-type="fn" rid="fe1913ec-2b0f-438f-9f32-7505fa8273b7">22</xref> In <italic>Eine Kneipe geht verloren</italic> dann bildet eine bitterböse Attacke gegen das, was Johnson »die öffentliche Meinung« nennt,<xref ref-type="fn" rid="ab85d99e-78f6-4fac-947c-f53554f330cb">23</xref> den eigentlichen Wendepunkt. Nachdem er der westdeutschen Presse vorgeworfen hat, Fälle fingiert oder inszeniert zu haben, um die antikommunistische Sensationslust ihrer Leserschaft zu befriedigen, endet Johnson seine Suada wie folgt:</p>
      <disp-quote>
        <p id="d15b1425-5d90-4e8f-9ee9-c008b68f3bb8">Diese öffentliche Meinung verlangte Nachrichten zur Lage, seien sie hart, und bediente sich mit Gruselei, dem Schreck, der Angst der jeweils anderen, und gierte nach jedem Loch im Zaun, jeder noch nicht eingesehenen Waldecke, einem noch nicht durchschauten Trick, die eben noch begehbar waren, und tat sich daran gütlich, bis die Lücke in der Sperre zugezogen war, die Waldecke voller Hunde und Minen, der Trick im Album der Kontrolle, als sollte von da keiner kommen. Mit diesem verfressenen, übermästeten Ungeheuer wollten die von der Henriettenstraße sich einlassen […].<xref ref-type="fn" rid="a9f37003-167e-4342-bcc0-2289533deaa9">24</xref></p>
      </disp-quote>
      <p id="abada587-7b9a-450c-9e61-3aa363325e9e">Und eben weil das Erzählen von Geschichten, und die Art von Geschichten, die erzählt werden, nicht nur einen Einfluss hat auf die Geschichtsschreibung und was darin als wahr verhandelt wird, sondern auch den Gang der Geschichte selbst bestimmen kann, verlangt Johnson von seinen Erzählern, und von sich selbst als Erzähler, ein sehr hohes Maß an Vorsicht, Genauigkeit, Ehrlichkeit – das er dann bei bestimmten Kollegen, vornehmlich denjenigen, die zu schnell zum Protestieren neigen, vermisst.</p>
      <p id="de6d8605-818d-431a-9560-8844e87e210c">Gerade davon handelt, ganz explizit, der erste Text des Bandes, <italic>Berliner Stadtbahn</italic>. Dort wird eben keine Flüchtlingsgeschichte erzählt, denn Flüchtlingsgeschichten werden unweigerlich für politische Zwecke instrumentalisiert. Stattdessen ist in diesem noch vor dem Mauerbau geschriebenen Vorspieltext von den Schwierigkeiten die Rede, die Johnson gehindert hätten, einen Stadtbahnhof in Berlin zu beschreiben. Johnson beschreibt den Zusammenhang so: »Bei der Arbeit an einem größeren epischen Text wurde eine Episode benötigt, die den Zusammenhang unterbrach.«<xref ref-type="fn" rid="ae6b85cc-5c73-48ad-a96e-e3d198a646e8">25</xref> Somit wird etwas leise angedeutet, was im Laufe des Textes immer klarer und immer bedeutender wird: dass nämlich hier ein Dialog geführt wird mit Georg Lukács und seinem einflussreichen Text <italic>Erzählen oder Beschreiben</italic> von 1936. In diesem Aufsatz wirft Lukács Zola vor, dass er seine Texte mit beschreibenden »Einlage[n]« spickt, wohingegen Tolstois »außerordentliche epische Kunst« darin bestehen würde, dass er eine zusammenhängende »Gesamthandlung« erzählt.<xref ref-type="fn" rid="ad679e22-ceab-4b87-a02e-9fc12d6daa0b">26</xref> Was dahinter steckt, ist eine ganz bestimmte Auffassung von Geschichte. Für den Marxisten Lukács musste eine Geschichte deswegen zusammenhängen, weil sie sonst nicht imstande wäre, die Zwangsläufigkeit der geschichtlichen Prozesse widerzuspiegeln. Wie sehr in dieser Geschichtsauffassung der Ökonomie (oder dem marxistischen Ökonomen) die Rolle von Gott zukommt, wird dann klar, wenn Lukács sich für den allwissenden Erzähler stark macht. Der Gedanke, dass man diese Prozesse auch lenken kann, wenn nicht gar forcieren, läuft da unterschwellig mit. Als Naturalist sah Zola den Menschen als ganz anderen Gesetzen unterworfen, und es ist fraglich, ob Flaubert in seinen Geschichten überhaupt eine Gesetzmäßigkeit erkannte. Und so führt Lukács Balzac und Tolstoi gegen Zola und Flaubert ins Feld. Uwe Johnson nimmt Lukács ernst und beweist Punkt für Punkt, dass seine Auffassung von Literatur für die Situation in Berlin nicht tragfähig ist. In Berlin nämlich kann es keinen allwissenden Erzähler geben, denn dieser müsste auf beiden Seiten der Mauer gleichermaßen zu Hause sein. Anschaulicher kann man das wohl kaum zum Ausdruck bringen, als wenn Johnson den allwissenden Erzähler mit einem Schiedsrichter beim Tennis vergleicht und also die Dialektik als Ballwechsel und die Berliner Mauer als Netz suggeriert. In Berlin kann es ebenfalls keine zusammenhängende Erzählung geben, denn die Stadt hängt nicht mehr zusammen. Und auch die Tatsache, dass sie nicht mehr zusammenhängt, ist nicht das Ergebnis einer geschichtlichen Zwangsläufigkeit, sondern eines verworrenen Machtgefüges, das eher mit Foucaults »Dispositiv« zu beschreiben wäre als mit Hegel oder Marx. Also vermeidet es Johnson konsequent, zu erzählen. Stattdessen beschreibt er. Die Phänomene, die er beschreibt, sieht er als historisch bedingt, so dass auch die Geschichte der Stadt nicht in Form einer Erzählung dargelegt wird, sondern Teil der Beschreibung wird. Die Beschreibung wird explizit aus einer ganz besonderen Perspektive vorgenommen: der Perspektive eines Menschen, der aus der DDR kommend vieles an West-Berlin erst verstehen lernen muss. Diese Perspektive ist zum einen das absolute Gegenteil von der Allwissenheit, und zum anderen ermöglicht sie den verfremdeten und verfremdenden Blick des Außenseiters. Nur so kann Johnson es vermeiden, den gängigen, ideologisch verbrämten Erzählungen auf den Leim zu gehen. Diese Vermeidungsstrategie betreibt er dann mit einer Konsequenz, die bis an die Wahl eines jeden Wortes reicht. Und gerade deswegen vermag er am Ende nicht nur die Geschichte des Passagiers, der in West-Berlin aus der S-Bahn steigt, genauestens nachzuzeichnen, sondern auch <italic>The Berlin Border of the Divided World as a Place for Writing</italic>.</p>
      <p id="cf099f4f-27f9-42ba-ad9a-1a5f8e45f01f">So gesehen wird das Berlin der <italic>Berliner Sachen</italic> zur Metonymie und zur Parabel. Zur Metonymie für den Kalten Krieg, den Streit der Ideologien, der sturen Gegensätzlichkeit. Aber auch zur Metonymie für die Metonymie selbst, indem das lokale Phänomen des Berliner Verkehrswesens Weltgeschichte enthalten und exemplifizieren kann. Und zur Parabel dafür, wie man sich in dieser Situation, zumal als Schriftsteller, zu benehmen hat, indem man eben nicht tut, als sei man allwissend, sondern indem man explizit aus verschiedenen ganz persönlichen Perspektiven erzählt, indem man keine Objektivität vortäuscht, sondern versucht, den Fakten eine konkrete persönliche Wahrheit abzugewinnen, indem man Dialog sucht, aber Streit nicht vermeidet – kurz: indem man immerfort Geschichte mit Geschichten und Geschichten mit Geschichte konfrontiert und relativiert.</p>
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      <title>LITERATURNACHWEISE</title>
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        <mixed-citation>Barbara Grunert Bronnen (Hg.): Ich bin Bürger der DDR und lebe in der Bundesrepublik. 12 Interviews, mit einem Nachwort von Uwe Johnson, München 1970.</mixed-citation>
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        <mixed-citation>Uwe Johnson: Berliner Sachen. Aufsätze, Frankfurt am Main 1975.</mixed-citation>
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        <mixed-citation>Uwe Johnson: Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe. Historisch-kritische Ausgabe der Werke, Schriften und Briefe Uwe Johnsons, hg. von Holger Helbig, Ulrich Fries und Katja Leuchtenberger, Abt. II, Bd. 1, hg. von Gary Lee Baker, Robert Gillett und Katja Leuchtenberger, Berlin 2025.</mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="bib4">
        <mixed-citation>Anmerkungen des Herausgebers zu der <italic>Novelle</italic>, in: Johann Wolfgang von Goethe: Goethes Werke, hg. von Erich Trunz, Bd. VI, Romane und Novellen Bd. 1, mit Anm. vers. von Benno von Wiese (Die Wahlverwandtschaften; Novelle) und Erich Trunz (Werther; Unterhaltung deutscher Ausgewanderten), textkritisch durchges. von Erich Trunz, Hamburg 1963, S. 713-738.</mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="bib5">
        <mixed-citation>Günther Matthes: Uwe Johnson auf dem falschen Gleis. Anmerkungen zu einem Artikel des Dichters über die Berliner S-Bahn, in: Tagesspiegel, 16.1.1964, S. 3, in: Uwe Johnson-Archiv Rostock (Depositum der Johannes und Annitta Fries Stiftung), UJA/H/002822.</mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="bib6">
        <mixed-citation>Das Grab in der Reihe, 12.11.1957, in: Der Spiegel 46, 1957, URL: https://www.spiegel.de/politik/das-grab-in-der-reihe-a-7bfaa80f-0002-0001-0000-000041759835 (11.5.2026).</mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="bib7">
        <mixed-citation><ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://kalliope-verbund.info/gnd/ead?ead.id=DE-611-HS-2765156">Günter Geschke von Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt/Zeitung (Hamburg) an Uwe Johnson, 18.8.1970</ext-link>, in: Uwe Johnson-Archiv Rostock (Depositum der Johannes und Annitta Fries Stiftung), UJA/H/002813.</mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="bib8">
        <mixed-citation>Georg Lukacs: Erzählen oder beschreiben?, in: ders.: Werke, hg. von Peter C. Ludz u. a., Bd. 4: Probleme des Realismus I, Neuwied 1971, S. 197-242.</mixed-citation>
      </ref>
    </ref-list>
    <fn-group content-type="footnotes">
      <title>Footnotes</title>
      <fn id="nyhn17avvfubg">
        <label>1</label>
        <p> Vortrag, gehalten auf der Movens-Konferenz »Geschichte(n) erzählen« in Ljubljana am 9. Juni 2023.</p>
      </fn>
      <fn id="af2493cd-b849-4533-ac03-02513d32ebdf">
        <label>2</label>
        <p> Vgl. Barbara Grunert Bronnen (Hg.): Ich bin Bürger der DDR und lebe in der Bundesrepublik. 12 Interviews, mit einem Nachwort von Uwe Johnson, München 1970. [1]</p>
      </fn>
      <fn id="a34f91d8-6096-4acc-b534-2dcc388d1207">
        <label>3</label>
        <p> Vgl. Uwe Johnson: Berliner Sachen. Aufsätze, Frankfurt am Main 1975. [2] Der Band enthält folgende Texte: <italic>Berliner Stadtbahn</italic>, der auf eine Rede mit dem Titel <italic>The Berlin Border of the Divided World as a Place for Writing</italic> zurückgeht; <italic>Boykott der Berliner Stadtbahn</italic>; <italic>Das soll Berlin sein</italic>; <italic>Nachtrag zur S-Bahn</italic>; <italic>Rede zum Bußtag</italic>; <italic>Versuch, eine Mentalität zu erklären</italic>; <italic>Eine Kneipe geht verloren</italic>; <italic>Über eine Haltung des Protestierens</italic>; <italic>Concerning an Attitude of Protesting</italic>; <italic>Berlin für ein zuziehendes Kind</italic>; <italic>How to Explain Berlin to a Newcoming Child</italic>; <italic>Vergebliche Verabredung mit V. K.</italic> und <italic>Im Gespräch mit einem Hamburger</italic> – Titel, auf die hier im ersten Absatz angespielt wird. Zitiert wird dieser Band, um den es hier geht, nach der Neuedition in der Rostocker Ausgabe: Uwe Johnson: Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe. Historisch-kritische Ausgabe der Werke, Schriften und Briefe Uwe Johnsons, hg. von Holger Helbig, Ulrich Fries und Katja Leuchtenberger, Abt. II, Bd. 1, hg. von Gary Lee Baker, Robert Gillett und Katja Leuchtenberger, Berlin 2025. [3]</p>
      </fn>
      <fn id="e22aa5e1-5a57-4960-a924-f820d7b300fe">
        <label>4</label>
        <p> Diese Chronologie ist allerdings eine rein äußerliche: Eigentlich wurde zuerst die erste Version von <italic>Rede zum Bußtag</italic> geschrieben; dann <italic>Versuch eine Mentalität zu erklären</italic>, und dann die zweite Version von <italic>Rede zum Bußtag</italic>. Die <italic>Rede</italic> wurde dann zeitnah im November 1969 gehalten und nicht veröffentlicht; der <italic>Versuch</italic> erschien erst 1970 im Druck.</p>
      </fn>
      <fn id="af913f99-9e5f-4562-93e3-adea7f87b751">
        <label>5</label>
        <p> Uwe Johnson: Im Gespräch mit einem Hamburger, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 103-105, hier: S. 105.</p>
      </fn>
      <fn id="effaedde-845e-46e4-881b-b83e176533ae">
        <label>6</label>
        <p> Uwe Johnson: Versuch, eine Mentalität zu erklären. Über eine Art DDR-Bürger in der Bundesrepublik Deutschland, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 49-60, hier: S. 49.</p>
      </fn>
      <fn id="fefee695-9fb3-4760-a188-29ea1bde0caa">
        <label>7</label>
        <p> Uwe Johnson: Eine Kneipe geht verloren, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 61-90, hier: S. 90.</p>
      </fn>
      <fn id="a47d1d7b-6449-41d3-bb75-bc2973a78e57">
        <label>8</label>
        <p> Uwe Johnson: Über eine Haltung des Protestierens, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 91f., hier: S. 91; Uwe Johnson: Concerning an Attitude of Protesting, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 93f., hier: S. 93.</p>
      </fn>
      <fn id="a5821f22-b792-470e-846e-369b2556a04e">
        <label>9</label>
        <p> So Goethe über die Novelle; Anmerkungen des Herausgebers zu der <italic>Novelle</italic>, in: Johann Wolfgang von Goethe: Goethes Werke, hg. von Erich Trunz, Bd. VI, Romane und Novellen Bd. 1, mit Anm. vers. von Benno von Wiese (Die Wahlverwandtschaften; Novelle) und Erich Trunz (Werther; Unterhaltung deutscher Ausgewanderten), textkritisch durchges. von Erich Trunz, Hamburg 1963, S. 713-738 [4], hier: S. 726.</p>
      </fn>
      <fn id="a5b3555d-f728-45ce-94bb-1374e2dc082c">
        <label>10</label>
        <p> Uwe Johnson: Boykott der Berliner Stadtbahn, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 22-36, hier: S. 34.</p>
      </fn>
      <fn id="f51fa102-db1d-433e-ab78-9f4fc263a227">
        <label>11</label>
        <p> In seiner Replik auf Johnsons Text im <italic>Tagesspiegel</italic> berichtet Günther Matthes, dass Johnson die Anekdote von ihm habe, daraus aber eine »›Geschichte‹« drechselte, die, »›für Berlin, gelinde gesagt, atypisch‹« sei; Günther Matthes: Uwe Johnson auf dem falschen Gleis. Anmerkungen zu einem Artikel des Dichters über die Berliner S-Bahn, in: Tagesspiegel, 16.1.1964, S. 3, in: Uwe Johnson-Archiv Rostock (Depositum der Johannes und Annitta Fries Stiftung), UJA/H/002822 [5], zitiert nach: Sachkommentar, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 274-597, hier: S. 394f.</p>
      </fn>
      <fn id="c8c88153-ca80-4f90-947c-91f9f554df16">
        <label>12</label>
        <p> Uwe Johnson: Rede zum Bußtag. 19. November 1969, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 42-48, hier: S. 47.</p>
      </fn>
      <fn id="a52cdab2-1f88-4f78-bd83-2bd70c3fc009">
        <label>13</label>
        <p> Es handelt sich um den Artikel Das Grab in der Reihe, 12.11.1957, in: Der Spiegel 46, 1957, URL: https://www.spiegel.de/politik/das-grab-in-der-reihe-a-7bfaa80f-0002-0001-0000-000041759835 (11.5.2026) [6], in dem Edeltraut Andersson einmal versehentlich Elisabeth genannt wird.</p>
      </fn>
      <fn id="e6452ae1-79bc-400d-89a3-c3244f5584b7">
        <label>14</label>
        <p> Uwe Johnson: Im Gespräch mit einem Hamburger, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 103-105, hier: S. 104.</p>
      </fn>
      <fn id="a56d69b0-fb35-478a-ad6a-00afe18c18d9">
        <label>15</label>
        <p> Uwe Johnson: Berlin für ein zuziehendes Kind, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 95-97, hier: S. 95.</p>
      </fn>
      <fn id="a06ea1c3-f66a-4ace-bc7d-7ade644f7dae">
        <label>16</label>
        <p> Uwe Johnson: Versuch, eine Mentalität zu erklären. Über eine Art DDR-Bürger in der Bundesrepublik Deutschland, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 49-60, hier: S. 59.</p>
      </fn>
      <fn id="b20713fc-d3c7-498c-83b3-295b6e3974d0">
        <label>17</label>
        <p> Uwe Johnson: Im Gespräch mit einem Hamburger, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 103-105, hier: S. 103.</p>
      </fn>
      <fn id="cdd5b73d-2a5f-4fef-934c-4744c0cea8f3">
        <label>18</label>
        <p><ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://kalliope-verbund.info/gnd/ead?ead.id=DE-611-HS-2765156">Günter Geschke von Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt/Zeitung (Hamburg) an Uwe Johnson, 18.8.1970</ext-link>, in: Uwe Johnson-Archiv Rostock (Depositum der Johannes und Annitta Fries Stiftung), UJA/H/002813 [7], zitiert nach: Textkritischer Kommentar, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 208-273, hier: S. 273.</p>
      </fn>
      <fn id="a7c182e9-41a3-4a1d-b887-ffe4e143cd95">
        <label>19</label>
        <p> Uwe Johnson: How to Explain Berlin to a Newcoming Child, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 98-100, hier: S. 100.</p>
      </fn>
      <fn id="a7158399-7ec7-46e0-9dda-be0e031b61c0">
        <label>20</label>
        <p> Uwe Johnson: Über eine Haltung des Protestierens, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 91f., hier: S. 91.</p>
      </fn>
      <fn id="a0cd2903-a184-43a8-92bc-14329940b55a">
        <label>21</label>
        <p> Uwe Johnson: Rede zum Bußtag. 19. November 1969, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 42-48, hier: S. 48.</p>
      </fn>
      <fn id="fe1913ec-2b0f-438f-9f32-7505fa8273b7">
        <label>22</label>
        <p> Uwe Johnson: Das soll Berlin sein. Antwort auf Zuschriften, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 37-39, hier: S. 39.</p>
      </fn>
      <fn id="ab85d99e-78f6-4fac-947c-f53554f330cb">
        <label>23</label>
        <p> Uwe Johnson: Eine Kneipe geht verloren, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 61-90, hier: S. 83.</p>
      </fn>
      <fn id="a9f37003-167e-4342-bcc0-2289533deaa9">
        <label>24</label>
        <p> Uwe Johnson: Eine Kneipe geht verloren, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 61-90, hier: S. 84.</p>
      </fn>
      <fn id="ae6b85cc-5c73-48ad-a96e-e3d198a646e8">
        <label>25</label>
        <p> Uwe Johnson: Berliner Stadtbahn, in: Johnson, Berliner Sachen. Rostocker Ausgabe [3], S. 7-21, hier: S. 7.</p>
      </fn>
      <fn id="ad679e22-ceab-4b87-a02e-9fc12d6daa0b">
        <label>26</label>
        <p> Georg Lukacs: Erzählen oder beschreiben?, in: ders.: Werke, hg. von Peter C. Ludz u. a., Bd. 4: Probleme des Realismus I, Neuwied 1971, S. 197-242 [8], hier: S. 197f.</p>
      </fn>
    </fn-group>
  </back>
</article>
