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<!DOCTYPE article PUBLIC "-//NLM//DTD JATS (Z39.96) Journal Publishing DTD v1.3 20210610//EN" "https://jats.nlm.nih.gov/publishing/1.3/JATS-journalpublishing1-3.dtd">
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      <issn pub-type="epub">2944-8093</issn>
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        <publisher-name>TIB Open Publishing (Technische Informationsbibliothek (TIB))</publisher-name>
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        <article-title>»Dienst am Kunden, mit allerhand Interessen«</article-title>
        <subtitle>Zu: Uwe Johnson: Der 5. Kanal. Rostocker Ausgabe. Historisch-kritische Ausgabe der Werke, Schriften und Briefe Uwe Johnsons, hg. von Holger Helbig, Ulrich Fries und Katja Leuchtenberger, Abt. II, Bd. 2, hg. von Yvonne Dudzik, Andy Räder und Denise Naue, Berlin 2024.</subtitle>
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            <surname>Hofmann</surname>
            <given-names>Michael</given-names>
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          <email>mhofmann@mail.upb.de</email>
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        <institution>Universität Paderborn</institution>
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          <license-p><inline-graphic xlink:href="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/buttons/88x31/svg/by.svg"/>This work is published under the Creative Commons   License 4.0 (CC BY 4.0 ).</license-p>
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    <sec id="p-lo0uj84lmkcue" sec-type="free">
      <p id="p-lo0-13b9e542"><bold>Zusammenfassung.</bold> Die Rostocker Ausgabe bereichert in ihrer historisch-kritischen Edition von <italic>Der 5. Kanal</italic> Johnsons unter diesem Titel erstmals posthum 1987 erschienene 99 Rezensionen des DDR-Fernsehens um beeindruckende 440 Seiten Kommentar. Dieser versammelt alle Details zur Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte der 1964 im West-Berliner <italic>Tagesspiegel</italic> erschienenen Kritiken endlich an einem Ort und begeistert in seinen Sacherläuterungen mit einer Vielzahl gut recherchierter und erhellender Informationen rund um das DDR-Fernsehen der 1960er Jahre. Auch wenn dem Band in der Kommentierung mitunter mehr Vertrauen in das Vorwissen der Lesenden gutgetan hätte, so schärft das Zusammenspiel zwischen Johnsons Rezensionen und Kommentar doch das zeitgeschichtliche Verständnis des geteilten Deutschlands, auch über die mediale Perspektive hinaus.</p>
      <p id="c13f1ab8"><bold>Abstract.</bold> The historical-critical Rostock edition of Johnson’s <italic>Der 5. Kanal</italic>, enriches the 99 reviews of GDR television – first published posthumously in 1987 under this title – with an impressive 440 pages of commentary. This volume finally brings together, in one place, all the details regarding the genesis and reception history of the reviews, which first appeared in 1964 in the West Berlin <italic>Tagesspiegel</italic>, and delights readers with its factual explanations, offering a wealth of well-researched and illuminating information about GDR television in the 1960s. Even though the volume’s commentary would at times have benefited from placing more trust in the readers’ prior knowledge, the interplay between Johnson’s reviews and commentary nonetheless sharpens our understanding of the contemporary history of divided Germany – extending it beyond the media perspective.</p>
    </sec>
    <sec id="p-a74096b6-e28d-4d1c-8b25-1a67abe2eb3c" sec-type="free">
      <p id="a74096b6-e28d-4d1c-8b25-1a67abe2eb3c">Der anzuzeigende Band versammelt die 99 Besprechungen von Sendungen des DDR-Fernsehens, die Uwe Johnson vom 4. Juni bis zum 3. Dezember 1964 im West-Berliner <italic>Tagesspiegel</italic> veröffentlicht hat. Der Band ist sowohl für Johnson-Leser_innen als auch für Forschende von großem Interesse; er bietet spannende Einblicke in die deutsche Mediengeschichte der Zeit nach 1945, die durch den Sachkommentar in angemessener Weise vertieft werden.</p>
      <p id="e529ceb0-cfb5-4060-b8aa-d579287a6101">Im Sinne der gesamten Werkausgabe geht es den Herausgeber_innen darum, eine lesefreundliche Ausgabe zu präsentieren, die gleichzeitig höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Drei Jahre nach der Printausgabe erscheint die digitale Ausgabe, die eigene Akzente setzt, denn ihr Apparat »ist auf Vollständigkeit angelegt und nutzt das gesamte Spektrum digitaler Präsentationsmöglichkeiten.«<xref ref-type="fn" rid="a5af9a76-bec2-4cab-8de7-89a7caff626a">1</xref> Das Buch bietet zunächst die Texte von Johnsons Fernsehkritiken sowie einen sehr ausführlichen Apparat, in dem nach Bemerkungen <italic>Zum Aufbau dieses Buches</italic> ein Nachwort zu finden ist, das die Entstehungsgeschichte, den Kontext, den Inhalt und die Rezeption von Johnsons Rezensionen präzise rekonstruiert. Nach einigen Abbildungen und dem Emendationsverzeichnis finden sich ein textkritischer Kommentar und ein Sachkommentar, der mit fast 200 von insgesamt 570 Seiten den Schwerpunkt des Bandes bildet. Dabei ist laut den Herausgeber_innen »ein doppelter Zeitbezug [als Grundlage der Kommentierung zu beachten; MH], der einerseits die Hintergründe zur Zeit der Rezensionen in Rechnung stellt, andererseits das Textverständnis international heute und – soweit dies von heute aus möglich ist – bei Abschluss der Uwe Johnson-Werkausgabe zu berücksichtigen versucht.«<xref ref-type="fn" rid="de0144b8-f469-47af-b2ff-803f6c6d656f">2</xref> Mit diesem Konzept liegt ein Band vor, der Lesevergnügen und vor allem historische Informationen in Hülle und Fülle bietet. Im Blick auf den Sachkommentar ist festzustellen, dass dieser eine wahre Fundgrube zum Verständnis der 1960er Jahre im geteilten Deutschland gerade für diejenigen bietet, die diese Periode in historischer Perspektive betrachten. Auf der anderen Seite ist die Kommentierung vieler Personen und Sachverhalte, die entweder einem gebildeten Durchschnittspublikum bekannt sein dürften oder sehr leicht im Internet recherchiert werden können, oft zu viel des Guten, sodass die Lesenden auf eine Konsultierung des Sachkommentars häufig verzichten dürften, um den Lesefluss nicht zu stören.</p>
      <p id="ad04cfe7-d1d9-4ff6-8fdb-91b1e36df46b">Der Deutsche Fernsehfunk (DFF), so der offizielle Name des Fernsehens der DDR, nahm seinen Sendebetrieb im Jahr 1952 auf. Er gehörte zu den wichtigsten Medien des deutschen Arbeiter- und Bauernstaates; im Nachwort lesen wir: »1964 gab es in der BRD etwa 10 Millionen gemeldete Fernsehteilnehmer (50 Prozent der Haushalte); in der DDR waren es etwa 2,8 Millionen gemeldete Fernsehteilnehmer (42 Prozent der Haushalte)«.<xref ref-type="fn" rid="c4db7ea8-ca64-4f60-b3e6-1ad1e45e4964">3</xref> Es handelte sich um ein wichtiges Element der politischen Propaganda des DDR-Regimes. Berüchtigt ist etwa die Sendereihe <italic>Der Schwarze Kanal</italic> des Journalisten Karl-Eduard von Schnitzler, in dem u.a. Ausschnitte aus Sendungen des westdeutschen Fernsehens in entlarvender Absicht gezeigt und die jeweilige ideologische Linie der SED-Führung konsequent befolgt wurde. Das DDR-Fernsehen diente aber auch der Unterhaltung und der Belehrung seines Publikums; viele Spielfilme aus Mittel- und Osteuropa und der UdSSR wurden gezeigt und das Programm für Kinder war mit nationalen wie internationalen Beiträgen wirkmächtig. So war das Sandmännchen zuerst in der DDR der ständige Begleiter von Kindern in eine gute Nacht (seit 1959) und die Show <italic>Ein Kessel Buntes</italic> konnte sich seit 1972 als Identifikationsangebot gegenüber dem in den meisten Regionen der DDR erreichbaren West-Fernsehen behaupten.</p>
      <p id="c7747970-0d86-4151-bda2-ef45e8b88695">Bereits nach dem Mauerbau 1961 initiierte der Springer-Konzern einen indirekten Boykott des DDR-Fernsehens, indem er den bisher üblichen Abdruck des ostdeutschen Programms in seinen Organen einstellte und den Händlern und Kiosken mit einer »Liefersperre für seine Verlagserzeugnisse« drohte, sollten sie Zeitungen und Zeitschriften vertreiben, die weiterhin das Programm der Systemkonkurrenz abdruckten. Aus dieser Kontroverse wird ersichtlich, dass es durchaus Menschen in der Bundesrepublik und vor allem in West-Berlin gab, die das ostdeutsche Programm einschalteten. Im Sommer 1964 galt dieser Boykott als »endgültig gescheitert«.<xref ref-type="fn" rid="b15cbfbe-4909-444c-a9a2-f999210ad7c8">4</xref> Nicht zuletzt weil der West-Berliner <italic>Tagesspiegel</italic> den seit 1959 in West-Berlin lebenden und aus der DDR stammenden Schriftsteller Uwe Johnson beauftragt hatte, regelmäßig Besprechungen von Sendungen des DDR-Fernsehens zu verfassen. Man konnte bei Johnson, der etwas klischeehaft als »Dichter der beiden Deutschland« bezeichnet wurde,<xref ref-type="fn" rid="a4732955-678b-42ab-962e-9f6642493564">5</xref> ein Interesse an dem Programm und insbesondere an dem Leben der Menschen in Ost-Berlin und der DDR voraussetzen. Die hier referierten Konstellationen werden im Nachwort des Bandes unter Bezug auf briefliche und andere Äußerungen Johnsons materialreich und anschaulich rekonstruiert.</p>
      <p id="add0fa07-f7b0-4e37-8935-e45cb6beb955">Was genau bewog Uwe Johnson, sich der durchaus anstrengenden Verpflichtung zu unterziehen, regelmäßig und sogar fast tagtäglich das Programm des DDR-Fernsehens anzuschauen und umgehend für den nächsten Tag jeweils eine Besprechung zu liefern? Nun, in Statements an Freunde und an die Presse ließ Johnson verlauten, dass er den Boykott des DDR-Fernsehens insofern ablehnte, als er darin ein umfassendes Desinteresse an dem Leben und den gesellschaftlichen Prozessen in der DDR erkannte. Der Antikommunismus des Springer-Konzerns und weiter Teile der westdeutschen Gesellschaft führte zu einer Ignoranz gegenüber den Zuständen in der DDR, während gleichzeitig die Perspektive einer Wiedervereinigung rhetorisch beschworen wurde. Johnson wollte also die Lebensrealität der Menschen in der DDR bekannter machen und die Tatsache nutzen, dass die Wellen des Fernsehens den Eisernen Vorhang zu überwinden vermochten. Dabei befand sich Johnson in einer ambivalenten und uneindeutigen Situation: Während er also einerseits gegen die Kontaktsperre der Antikommunisten vorging, konnte er anderseits nicht umhin, die ideologische und propagandistische Seite des DDR-Programms, die auch die Qualität der Sendungen negativ beeinflusste, konsequent anzuprangern. So drohte ihm Kritik von rechts und links und er befand sich in einer Position zwischen allen Stühlen.</p>
      <p id="a36d2949-243e-4782-af87-8ff360efd84a">Das Nachwort illustriert diese Spannung durch den Verweis auf eine Intervention des ehemaligen Kommunisten und SPD-Politikers Herbert Wehner, der den Verzicht auf einen Abdruck des DDR-Programms als eine »Sache der nationalen Disziplin« bezeichnete,<xref ref-type="fn" rid="fe5c91cf-1c67-403d-9946-9ba5642bf43f">6</xref> was Johnsons als eine »offene Diskreditierung« empfand.<xref ref-type="fn" rid="ef0c4d48-1a6e-4746-83d6-a95b02b57926">7</xref> Auf der anderen Seite zeigt das Nachwort, dass Uwe Johnsons Freund Manfred Bierwisch, der Ost-Berliner Linguist, die Kommentierung des DDR-Programms als zu parteilich aus westlicher Sicht empfand.<xref ref-type="fn" rid="a46de960-79dc-40df-9e7f-5d6d9dce236d">8</xref> Johnson selbst erklärte dazu in einem Brief an Bierwisch: »Ganz gegen den Verdacht, Wind des Kalten Krieges zu machen, werde ich mich nicht wehren können«.<xref ref-type="fn" rid="a34bcedc-1aee-4533-b436-54fafed500f7">9</xref></p>
      <p id="a7463e49-d6dd-4c83-8e48-0fab0f9a1906">Uwe Johnson rezensierte in seinen Besprechungen das gesamte Spektrum des DDR-Fernsehens von politischen Magazinen über das Kinderprogramm bis zum Spielfilm, Quizsendungen und Sendungen speziell für Frauen. Der Ton seiner Texte war prägnant und konzentriert, anspielungsreich und bisweilen bissig-ironisch. In dem programmatischen ersten Text <italic>Zum Programm Adlershof</italic> – benannt nach dem Berliner Stadtteil, in dem sich der Sender befand – erklärte er den positiven Impuls, der ihn beseelte; er sprach von einem »Dienst am Kunden, mit allerhand Interessen. Aus Interesse an der Umgebung der Stadt West-Berlin, mit der sie früher eins war; aus Interesse an den Veränderungen dieser Umgebung« und er erinnerte daran, dass die Informationen über das Leben in der DDR durchaus eine praktische Relevanz haben könnten, da es ja möglich sei, dass »wir die so veränderten Nachbarn unverhofft wiedersehen könnten und uns vorbereiten sollten, sie zu verstehen.«<xref ref-type="fn" rid="a0bb5f51-9f7d-4345-87ab-498124accc88">10</xref> Während Johnson die Propaganda des <italic>Schwarzen Kanals</italic> unnachgiebig kritisiert, bespricht er die regelmäßige Sendung <italic>Prisma</italic> mit Sympathie, da er »die Absicht [erkennt; MH]: das Land muß modernisiert werden.«<xref ref-type="fn" rid="d0dd8b7a-6641-491e-8afa-725a9671cf2b">11</xref> Viele andere Sendungen werden in ihrem Inhalt referiert. Sarkastisch kommentiert Johnson die Tatsache, dass das Ost-Berliner Fernsehen konsequent die Existenz von Regimegegnern und Flüchtlingen aus der DDR verschweigt:</p>
      <disp-quote>
        <p id="a99c649c-fa2c-46fb-b5f3-911d349f8492">Legt man schließlich zugrunde, daß es diese Leute gibt, ob sie nun auf dieser oder jener Seite der Staatsgrenzen sich aufhalten, daß es sie […] auch im adlershofer Fernsehen geben müßte, so läßt sich folgern, daß es das adlershofer Fernsehen nicht gibt, sowenig nämlich wie die Flüchtlinge. Dieser Trugschluß ist nicht aufklärbar.<xref ref-type="fn" rid="a0765299-0a61-44ec-9dff-05934baf4e4b">12</xref></p>
      </disp-quote>
      <p id="a52db551-383c-4101-8893-0378e0916402">Zu diesen Themen ist der Sachkommentar unentbehrlich, da er fundierte Hintergründe zu den erwähnten Sendungen und Personen liefert und damit im Blick auf die DDR in exemplarischer Weise die Spannung zwischen pragmatischen Reformern und Dogmatikern verdeutlicht.</p>
      <p id="f8f4d615-74cd-4f0e-bcad-a31ef18b8fe2">Insgesamt können Johnsons Rezensionen, auch wenn die heutigen Lesenden natürlich die zugrunde liegenden Sendungen nicht kennen, durchaus ein historisches Interesse wecken, indem die Lebensrealität der Menschen in der DDR und die Situation des gespaltenen Deutschlands anschaulich erfahrbar werden. Dieser Befund führte bereits 1987 zu einer ersten posthumen Buchpublikation sämtlicher Besprechungen im Suhrkamp-Verlag mit dem hier beibehaltenen Titel <italic>Der 5. Kanal –</italic> bezogen auf den »Sendekanal, auf dem das Fernsehprogramm der DDR (auch in der BRD; in West-Berlin) empfangen werden konnte«.<xref ref-type="fn" rid="a62a2f0c-2aff-469e-b058-3c4c622f8827">13</xref> Diese Veröffentlichung stieß damals auf eine positive Resonanz bei den Kritikern. In einer Besprechung für die <italic>Neue Zürcher Zeitung</italic> lobte Norbert Mecklenburg den »analytisch scharfe[n] medienkritische[n] Blick« und »die anspruchsvolle, aphoristisch zugespitzte Schreibweise« Johnsons, in welcher der Rezensent »den Stil des Epikers Johnson« erkannte.<xref ref-type="fn" rid="ddf43646-ab8f-4752-a505-1a9108404bba">14</xref></p>
      <p id="a0ad2274-da16-4224-8055-3bf6b6193683">Trotz seines inhaltlichen wie formalen Engagements ist zu erkennen, dass Johnson mit der Arbeit für den <italic>Tagesspiegel</italic> im Laufe der Zeit immer unzufriedener wurde, was auch daran lag, dass er bezweifelte, ob es überhaupt ein Publikum für seine Texte gäbe. So platzierte er am 14. August 1964 die Falschmeldung, dass das Ost-Fernsehen einen Film der Beatles gezeigt hätte – was nicht zu den erhofften Korrekturen von Zeitungslesenden führte, sondern zu einem Streit mit seinen Auftraggebern und mit Kinobesitzern in West-Berlin. Die Hintergründe dieser amüsanten Episode werden im Sachkommentar in aufschlussreicher Weise dargestellt.<xref ref-type="fn" rid="aaee8a90-d6d6-4151-ada7-ced1c84c5e6e">15</xref></p>
      <p id="a5c2780d-4208-4f22-9ea6-ba273b873e29">Der anzuzeigende Band ist mustergültig ediert. Die Textgenese und die Textgeschichte werden detailliert und anschaulich dargestellt. Grundlage der Edition ist die bereits erwähnte 1987 im Suhrkamp Verlag erschienene Ausgabe, die sich ihrerseits auf die Artikel im <italic>Tagesspiegel</italic> stützt. Vorstufen zu den Zeitungsartikeln in Form von Notizen werden ebenfalls berücksichtigt. Der Sachkommentar ist – wie dargelegt – extrem ausführlich, aber mündet in das oben bereits angesprochene Dilemma: Es werden sehr viele Begriffe und Namen erläutert, unter anderem sogar der Name »Hitler«. Dies führt bei der Lektüre dazu, dass die Lesenden oft vor lauter Bäumen den Wald nicht erkennen und lange nach dem Lemma suchen müssen, das sie erklärt haben möchten – was bewirken kann, dass er oder sie sich lieber an Wikipedia oder eine andere mehr oder weniger seriöse Internetquelle zur schnellen Auflösung von Unklarheiten wendet. Viele Erläuterungen sind aber äußerst nützlich und sie ergänzen in mustergültiger Weise die Realien, die Johnson in seinen Texten berührt.</p>
      <p id="a654c47c-00a4-4786-9717-922cc28fb1bc">Insgesamt ist also von einem rundum gelungenen Band zu berichten, der sich würdig in die verdienstvolle Rostocker Ausgabe der Werke Uwe Johnsons einreiht und sowohl für das Werk Johnsons als auch insbesondere für die politische und die Alltagsgeschichte der DDR hochrelevant und hochspannend erscheint.</p>
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      <title>LITERATURNACHWEISE</title>
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        <mixed-citation>Uwe Johnson: Der 5. Kanal. Rostocker Ausgabe. Historisch-kritische Ausgabe der Werke, Schriften und Briefe Uwe Johnsons, hg. von Holger Helbig, Ulrich Fries und Katja Leuchtenberger, Abt. II, Bd. 2, hg. von Yvonne Dudzik, Andy Räder und Denise Naue, Berlin 2024.</mixed-citation>
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      <ref id="bib2">
        <mixed-citation>SPRINGER-BOYKOTT., in: Der Spiegel 35, 1964, URL: https://www.spiegel.de/politik/springer-boykott-a-db0ea8cd-0002-0001-0000-000046175073 (24.6.2025).</mixed-citation>
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        <mixed-citation>Günter Blöcker: Roman der deutschen Entfremdung, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.9.1961, Bilder und Zeiten, S. V.</mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="bib4">
        <mixed-citation>Herbert Wehner an den Deutschen Presserat, Bonn, 12.6.1964, in: Uwe Johnson-Archiv Rostock (Depositum der Johannes und Annitta Fries Stiftung), UJA/H/001386, Bl. 2-3.</mixed-citation>
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        <mixed-citation>Uwe Johnson: Begleitumstände. Frankfurter Vorlesungen, Frankfurt 1980.</mixed-citation>
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      <ref id="bib6">
        <mixed-citation>Uwe Johnson an Manfred Bierwisch, o. O., 4.6.1964, in: Uwe Johnson-Archiv Rostock (Depositum der Johannes und Annitta Fries Stiftung), UJA/H/101419, Bl. 28-28v.</mixed-citation>
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      <ref id="bib7">
        <mixed-citation>Norbert Mecklenburg: Fernsehkritik in literarischem Gestus. Uwe Johnsons Reflexionen über das DDR-Fernsehen, in: Neue Zürcher Zeitung, 6.3.1987, S. 73.</mixed-citation>
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      <title>Footnotes</title>
      <fn id="a5af9a76-bec2-4cab-8de7-89a7caff626a">
        <label>1</label>
        <p> Zum Aufbau dieses Buches, in: Uwe Johnson: Der 5. Kanal. Rostocker Ausgabe. Historisch-kritische Ausgabe der Werke, Schriften und Briefe Uwe Johnsons, hg. von Holger Helbig, Ulrich Fries und Katja Leuchtenberger, Abt. II, Bd. 2, hg. von Yvonne Dudzik, Andy Räder und Denise Naue, Berlin 2024 [1], S. 125-136, hier: S. 125.</p>
      </fn>
      <fn id="de0144b8-f469-47af-b2ff-803f6c6d656f">
        <label>2</label>
        <p> Zum Aufbau dieses Buches, in: Johnson, Der 5. Kanal. Rostocker Ausgabe [1], S. 125-136, hier: S. 133.</p>
      </fn>
      <fn id="c4db7ea8-ca64-4f60-b3e6-1ad1e45e4964">
        <label>3</label>
        <p> Nachwort, in: Johnson, Der 5. Kanal. Rostocker Ausgabe [1], S. 137-194, hier: S. 140.</p>
      </fn>
      <fn id="b15cbfbe-4909-444c-a9a2-f999210ad7c8">
        <label>4</label>
        <p> SPRINGER-BOYKOTT., in: Der Spiegel 35, 1964, URL: https://www.spiegel.de/politik/springer-boykott-a-db0ea8cd-0002-0001-0000-000046175073 (24.6.2025). [2]</p>
      </fn>
      <fn id="a4732955-678b-42ab-962e-9f6642493564">
        <label>5</label>
        <p> Günter Blöcker: Roman der deutschen Entfremdung, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.9.1961, Bilder und Zeiten, S. V. [3]</p>
      </fn>
      <fn id="fe5c91cf-1c67-403d-9946-9ba5642bf43f">
        <label>6</label>
        <p> Herbert Wehner an den Deutschen Presserat, Bonn, 12.6.1964, in: Uwe Johnson-Archiv Rostock (Depositum der Johannes und Annitta Fries Stiftung), UJA/H/001386, Bl. 2-3 [4], hier: Bl. 2, zitiert nach: Nachwort, in: Johnson, Der 5. Kanal. Rostocker Ausgabe [1], S. 137-194, hier: S. 148.</p>
      </fn>
      <fn id="ef0c4d48-1a6e-4746-83d6-a95b02b57926">
        <label>7</label>
        <p> Uwe Johnson: Begleitumstände. Frankfurter Vorlesungen, Frankfurt 1980 [5], S. 313, zitiert nach: Nachwort, in: Johnson, Der 5. Kanal. Rostocker Ausgabe [1], S. 137-194, hier: S. 148.</p>
      </fn>
      <fn id="a46de960-79dc-40df-9e7f-5d6d9dce236d">
        <label>8</label>
        <p> Vgl. Nachwort, in: Johnson, Der 5. Kanal. Rostocker Ausgabe [1], S. 137-194, hier: S. 149.</p>
      </fn>
      <fn id="a34bcedc-1aee-4533-b436-54fafed500f7">
        <label>9</label>
        <p> Uwe Johnson an Manfred Bierwisch, o. O., 4.6.1964, in: Uwe Johnson-Archiv Rostock (Depositum der Johannes und Annitta Fries Stiftung), UJA/H/101419, Bl. 28-28v [6], Bl. 28v, zitiert nach: Nachwort, in: Johnson, Der 5. Kanal. Rostocker Ausgabe [1], S. 137-194, hier: S. 149.</p>
      </fn>
      <fn id="a0bb5f51-9f7d-4345-87ab-498124accc88">
        <label>10</label>
        <p> Uwe Johnson: Zum Programm Adlershof, in: Johnson, Der 5. Kanal. Rostocker Ausgabe [1], S. 7.</p>
      </fn>
      <fn id="d0dd8b7a-6641-491e-8afa-725a9671cf2b">
        <label>11</label>
        <p> Uwe Johnson: Meinungsverschiedenheiten, in: Johnson, Der 5. Kanal. Rostocker Ausgabe [1], S. 47f., hier: S. 47.</p>
      </fn>
      <fn id="a0765299-0a61-44ec-9dff-05934baf4e4b">
        <label>12</label>
        <p> Uwe Johnson: Über Nachrichten, in: Johnson, Der 5. Kanal. Rostocker Ausgabe [1], S. 39f., hier: S. 40.</p>
      </fn>
      <fn id="a62a2f0c-2aff-469e-b058-3c4c622f8827">
        <label>13</label>
        <p> Sachkommentar, in: Johnson, Der 5. Kanal. Rostocker Ausgabe [1], S. 258-474, hier: S. 259.</p>
      </fn>
      <fn id="ddf43646-ab8f-4752-a505-1a9108404bba">
        <label>14</label>
        <p> Norbert Mecklenburg: Fernsehkritik in literarischem Gestus. Uwe Johnsons Reflexionen über das DDR-Fernsehen, in: Neue Zürcher Zeitung, 6.3.1987, S. 73 [7], zitiert nach: Nachwort, in: Johnson, Der 5. Kanal. Rostocker Ausgabe [1], S. 137-194, hier: S. 191.</p>
      </fn>
      <fn id="aaee8a90-d6d6-4151-ada7-ced1c84c5e6e">
        <label>15</label>
        <p> Vgl. Sachkommentar, in: Johnson, Der 5. Kanal. Rostocker Ausgabe [1], S. 258-474, hier: S. 358.</p>
      </fn>
    </fn-group>
  </back>
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